Was sich gerade ändert
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Die Debatte um den AI Act war lange abstrakt. Jetzt wird sie operativ. Mit der deutschen Umsetzung rückt eine unangenehme Frage in kleine Teams: Wer nutzt eigentlich welches KI-Tool wofür? Genau hier hilft kein grosses Compliance-Handbuch, sondern ein schlichtes KI Nutzungsverzeichnis.
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Der Druck kommt nicht nur von möglicher Aufsicht. Schon intern wird es riskant, wenn niemand sauber überblickt, welche Prompts Mitarbeitende in Chatbots eingeben, welche Kundendaten in Tools landen oder welche Texte ungeprüft nach aussen gehen. Kleine Büros trifft das besonders, weil dort viele Entscheidungen schnell und informell fallen.
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Was in ein KI Nutzungsverzeichnis gehört
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Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür kein neues Softwareprojekt. Eine Tabelle reicht für den Start. Diese fünf Spalten sind Pflicht:
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Tool: Zum Beispiel ChatGPT, Copilot oder ein Meeting-Transkriptionsdienst.
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Zweck: Wofür wird das Tool konkret genutzt, etwa E-Mail-Entwürfe, Protokolle oder Recherche?
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Datenart: Werden interne Infos, Personendaten, Kundendaten oder nur öffentliche Inhalte verarbeitet?
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Verantwortlich: Wer entscheidet fachlich über die Nutzung?
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Freigaberegel: Was muss vor Veröffentlichung oder Weitergabe noch menschlich geprüft werden?
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Mehr braucht es am Anfang nicht. Entscheidend ist, dass das Team ein gemeinsames Bild bekommt, statt stillschweigend fünf verschiedene Regeln zu leben.
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Warum kleine Teams damit sofort profitieren
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Ein KI Nutzungsverzeichnis schützt nicht nur vor Fehlern. Es zeigt auch, wo KI schon gut funktioniert und wo sie nur Zusatzarbeit produziert. Viele kleine Büros entdecken dabei zum ersten Mal, dass zwei Mitarbeitende dasselbe Problem mit drei verschiedenen Tools lösen. Das kostet Geld, macht Ergebnisse ungleich und erschwert Schulungen.
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Zusätzlich wird das Verzeichnis zur Basis für kurze Teamregeln. Zum Beispiel: Keine Kundendaten in offene Systeme. Kein Versand von KI-Texten ohne Gegenlesen. Keine automatischen Antworten bei heiklen Rechts- oder Vertragsfragen. Solche Regeln sind im Alltag wertvoller als jede allgemeine KI-Richtlinie.
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So starten Sie diese Woche
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Nehmen Sie sich 30 Minuten mit Ihrem Team. Sammeln Sie alle aktuell genutzten KI-Tools, ordnen Sie sie nach Zweck und markieren Sie rote Bereiche. Rot ist alles, was mit Personendaten, sensiblen Dokumenten oder Aussenkommunikation zu tun hat. Danach definieren Sie je Tool genau eine verantwortliche Person.
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Wenn der AI Act für Ihr Büro nicht nur nach Regulierung, sondern nach Klarheit klingen soll, beginnen Sie hier. Auf buero-ki.ch finden Sie weitere pragmatische Ansätze, wie kleine Teams KI sauber und nützlich einsetzen.
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