Am 23. März 2026 hat der Bundestag das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) verabschiedet — und für viele Büros und KMU zählt jetzt die Uhr. Die Bundesnetzagentur wird zentrale Aufsichtsbehörde. Bußgelder bis 50.000 Euro drohen bei Verstößen.
Was bedeutet KI-MIG für Ihr Büro konkret?
Das KI-MIG setzt die EU-KI-Verordnung in deutsches Recht um. Bis zum 2. August 2026 greifen für die meisten Unternehmen drei zentrale Pflichten — unabhängig davon, ob Sie ein Software-Unternehmen oder ein klassisches KMU-Büro sind.
Pflicht 1: Risikoanalyse
Setzen Sie KI ein, um Bewerbungen vorzufiltern, Kreditwürdigkeit zu prüfen oder Leistungsbewertungen zu erstellen? Dann gilt Ihr System als „hochriskant“ nach EU-AI-Act-Definition. Eine dokumentierte Risikoanalyse ist Pflicht — und muss auf Anfrage vorgelegt werden können.
Pflicht 2: Dokumentation der KI-Nutzung
Welche Tools nutzen Sie? Für welche Zwecke? Wer hat Zugriff? Das muss nachweisbar sein — nicht nur intern, sondern auf Anfrage der Bundesnetzagentur. Das DigitalZentrum Chemnitz warnt: Die meisten KMU wissen heute noch nicht einmal, welche KI-Tools ihre Mitarbeitenden täglich verwenden.
Pflicht 3: KI-Texte kennzeichnen
Marketingtexte, Angebote, Newsletter — wenn KI dabei geholfen hat, muss das ab August erkennbar sein. Nicht zwingend mit einem fetten Disclaimer, aber nachvollziehbar und dokumentiert.
Was viele KMU unterschätzen: die Schatten-KI
Das eigentliche Risiko ist nicht der bewusste Regelverstoß. Es ist die inoffizielle Tool-Nutzung: Mitarbeitende verwenden ChatGPT, Grammarly oder Canva AI — ohne dass die Geschäftsführung davon weiß. Das ist die Haftungsfalle des KI-MIG.
3 Schritte, die Sie diese Woche umsetzen können
- Tool-Inventar erstellen: Welche KI-Tools sind im Einsatz — offiziell und inoffiziell? ChatGPT, Copilot, Canva AI, Grammarly, Notion AI — alles zählt.
- Nutzungszweck festhalten: Wofür wird jedes Tool eingesetzt? Kundenkorrespondenz, Dokumentation, Recruiting?
- Kurz-Policy schreiben: Eine halbe Seite reicht. Wer darf was — und was muss dokumentiert werden?
Noch 127 Tage — aber Urlaubssaison kommt
Wer bis Ende April handelt, hat Ruhe. Wer bis Juli wartet, improvisiert im Stress. Das KI-Gesetz ist durch — die Entscheidung, ob Sie vorbereitet sind, liegt jetzt bei Ihnen.
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